Stephanie Kriesel

Was war dein Traumberuf als Kind? Und warum bist du das geworden, was du heute machst?
Mein Traumberuf war es tatsächlich, Hebamme zu sein! Allerdings traute ich mir dies dann nicht mehr zu, als es an die Berufswahl ging. So landete ich im Büro und arbeitet 20 Jahre in der Unternehmenskommunikation. Während Corona sass ich dann aber im Homeoffice vor dem PC und merkte, dass ich meinen Traum doch noch verwirklichen wollte.
Was ist dir in der Begleitung von Menschen besonders wichtig?
Das Elternwerden ist eine aufregende und oft auch verunsichernde Zeit. Mir ist es wichtig, in diesen Momenten Orientierung bieten und Familien auf ihrem Weg in ihre neue Ära bestärken zu können.
Welche Aus- und Weiterbildungen prägen deine Arbeit heute?
Die Hebammenausbildung hat mir die Augen geöffnet, wie sehr Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ein Zusammenspiel von Kopf, Körper und Seele sind – und gerade deshalb ganz individuell. Deshalb versuche ich, jede Familie so zu betreuen, wie es für sie stimmt. Aber auch mein Leben vor der Hebammenausbildung prägt mich – ich bin gut organisiert, zuverlässig und versuche immer, einigermassen pünktlich zu sein.
Wer bist du, wenn du nicht arbeitest? Was gibt dir Energie?
Ich bin unendlich gerne draussen: Im Sommer in und an der Aare in Bern, sonst auf dem E-Bike im Umland. Bei schlechtem Wetter liebe ich es zu lesen, besonders gern historische Romane.
Was wünschen sich Menschen oft – und was brauchen sie deiner Erfahrung nach wirklich?
Oftmals merke ich, dass gerade die Eltern eines ersten Kinds sehr hohe Ansprüche an sich haben und gleich alles richtig machen wollen. Sie unterschätzen dabei, dass das Elternwerden nicht nur wunderschön, sondern auch ein riesiger Lernprozess für alle ist: Mama, Papa und auch das Neugeborene. Da ich selbst eigentlich ein ungeduldiger Mensch bin, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass die Eltern schnell alles perfekt machen wollen – aber gerade im Wochenbett braucht es viel Zeit und Ruhe, um den eigenen ganz persönlichen Weg zu finden.